Women Upcycling Project in Refugee Camps

Women Upcycling Project in Refugee Camps

Franzi aus unserem MTS-Team befindet sich aktuell in Jordanien und berichtet von unseren Projekten und unserer Arbeit vor Ort:

„Letztes Jahr im Oktober bin ich das erste Mal nach Jordanien gefahren, um dort das von morethanshelters, in Kooperation mit Oxfam, erfolgreich gestartete Upcycling Pilot-Projekt im Za’atari Flüchtlingscamp in die zweite Phase zu begleiten.

Während der ersten Phase konnten wir mit unserer Idee der Upcycling Workshops verschiedene, im Camp aktive NGOs, bereits inspirieren, so dass unser Ansatz in anderen Projekten repliziert wurde.

Die Absicht unseres Pilot Projektes, die speziell benachteiligten, alleinstehenden Frauen zu fördern, hat damit einen weitreichenden Einfluss in Za’atari, stieß aber dennoch auch auf neue Herausforderungen.Da die involvierten Organisationen in unterschiedlichen Distrikten tätig sind, ist die Kommunikation untereinander stark beeinträchtigt. Zudem gab es, außer den Ausstellungsräumen der NGOs, bisher keine nachhaltige Vermarktungsstrategie für die im Workshop hergestellten Produkte. Deshalb konzentrieren wir uns jetzt vor allem auf die Skalierung des Projektes und die bessere Vermarktung national und international.

Im Gespräch mit den Frauen, die bereits letztes Jahr an Workshops teilgenommen haben, wurde mir klar, dass die damals entstandene Begeisterung und Motivation für ein schnelles Weiterführen des Projektes drängte. Diesmal mit dem Anspruch die Unabhängigkeit der Teilnehmerinnen, durch Vermittlung der handwerklichen Produktion, zu fördern um so die Initiativen langfristig, auch ohne die Unterstützung internationaler Organisationen am Leben zu halten.

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Es sollte darum gehen, gemeinsam Strukturen und Konzepte zu schaffen, die einerseits für die Menschen im Camp alternative Einkommensmöglichkeiten kreieren, als auch die berufliche Weiterentwicklung der Einzelnen fördern. Das schafft Perspektiven und gibt den Frauen Würde und Selbstbestimmtheit zurück. Die Stärkung der Gemeinschaft und der Selbstorganisation sind dabei wichtige Komponenten, die in einem Flüchtlingscamp bisher kaum Beachtung finden.

Das langfristige Ziel ist es recyclebares Material, mit Hilfe traditioneller Handwerkskunst der syrischen Frauen, in Produkte zu verwandeln, die dank weiterer Aufwertung jordanischer Designer und Künstler international marktfähig gemacht werden, damit dadurch social businesses entstehen können.

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In einem weiteren Schritt sollten bisher leerstehende Räume für die Gemeinschaft zugänglich gemacht werden, um als sogenannte Community HUBS den Bedürfnissen nach Sicherheit, Geborgenheit und Privatsphäre nachzukommen. Eine aktive, bisher unrealisierte, Mitgestaltung der Workshop Teilnehmer fördert dabei das Gefühl der Gemeinschaft und der Verantwortung für diese Orte.

Durch diese Art von Projekten wollen wir das Potential der Geflüchteten und deren Mehrwert für die jordanische Gesellschaft und Wirtschaft hervorheben, um deren Wahrnehmung als Belastung hin zu Bereicherung zu verändern.“

 

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Franziska Priesemeister, Zata’ari, Februar 2017

 

 

2 Kommentare

  1. Guten Tag.

    In einem Consultingteam (im Auftrag der Bill&Melinda Gates Foundation) bearbeiten und identifizieren wir z.Zt. Projekte, die sich für „alternative, innovative methods of the treatment of fecal human sludge in the Syrian refugee context“ in Jordanien anbieten können. Dazu reiste ein Expertenteam vom 28 Januar bis 12 Februar Jordanien und besuchte nicht nur Azraq und Zaatari camp, aber auch eine grosse Reihe anderer waste-water treatment plants (WWTP) sowie Projekte im Bereich alternativer Technolgie (Biogas, waste water used in agriculture etc.). Ein immer wieder aufkommender Punkt ist das in Jordanien „organic waste from household“ oder auch der „Food processing industry“nicht gesammelt wird und deshalb auch für Biogasproduktion nicht zur Verfüegung steht. Auch in Zaatari wird organic waste nicht seperate abgeführt, obwohl in der Zukunft sogar eine Biogasanlage (FAO/EU Finanzierung) geplant ist. Im Sinne von „waste to value“, vielleicht nicht in Euerem Sinne „up-cycling“, wie könnte sich Euer Projekt im Bereich collection of organic waste aufstellen.

    Wegen der Kommerzialisierung der Produkte aus Eurem Projekt denke ich dass MTS mal mit den Supermarktketten die das World Food Programme unter Vertrag hat um die syrischen Flüchtlinge zu versorgen. Zwei dieser Supermarktketten haben Läden in Zaatari. Man kann sich doch durchaus vorstellen, dass die solche Produkte aufnehmen können. In Frankreich, wo ich die meiste Zeit lebe wird die „Savon d’Alep“, die Seife aus Aleppo von Paris aus erfolgreich verkauft. Dieser und ähnliche Vertriebswege gibt es bestimmt auch in anderen europäischen Ländern.

    Besten Gruss, Martin Ohlsen

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    • Lieber Martin Ohlsen,

      vielen Dank für deine Nachricht und deine interessanten Anregungen und Tipps. Wir gehen dem nach und halten natürlich auf dem Laufenden.

      Herzliche Grüße vom MTS-Team

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